Wich ge Ergebnisse
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass das Dark Web groß angelegte Kriminalität begüns gt, indem es Personen mit ausreichenden IT-Kenntnissen einen einfachen Zugang zu Know-How und Instrumenten für Betrug an Privatpersonen und Unternehmen verscha . egulierungsbehörden und Strafverfolgungsorgane schließen zwar regelmäßig illegale Marktplätze, doch entstehen rasch neue Angebote, um die anhaltende Nachfrage der kriminellen Szene zu bedienen.
„Die verborgene Struktur des Dark Web zieht das kriminelle Milieu seit mehr als einem Jahrzehnt an und schützt Betrüger vor Aufdeckung“, sagt Kimberly Sutherland, Global Head of Fraud and Identity bei LexisNexis Risk Solutions. „Unsere Analyse bringt nun ans Licht, was Cyberkriminelle dort konkret
tun und welche Kontrollmechanismen sie am schwersten umgehen können. Rückmeldungen aus der Szene zeigen klar, was ihre Aktivitäten am stärksten behindert: Echtzeit-Liveness-Prüfung,
Kontoaktivitäten, Telefon- und E-Mail-Analysen sowie Geräte-Fingerprinting, um nur einige zu
nennen.“
KI frustriert Betrüger
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und sogenannter Deepfakes zu Betrugszwecken ist
inzwischen umfassend belegt. Der Bericht zeigt jedoch, dass in Dark-Web-Foren zunehmend
Frustra on über neue KI-gestützte Erkennungssysteme herrscht. Diese Systeme werden von Banken und anderen Ins tu onen eingesetzt und sind in der Lage, etwa Blu luss oder Mikro
Muskelbewegungen zu analysieren. Für potenzielle Täter stellen solche Technologien offenbar eine erhebliche Hürde dar. Ein Nutzer kommen erte resigniert: „Es gibt keine Möglichkeit, sie zu
umgehen.“ Gleichzei g s eßen die Autoren auf Forenbeiträge, in denen teils krea ve Versuche
beschrieben werden, die Kontrollen zu unterlaufen, unter anderem durch den Einsatz von
Latexmasken.
Mehrere Marktplätze bieten etablierte E-Mail-Konten und Geräte an, die einfache Prüfmechanismen bestehen können. Häufig werden zudem „betrugsbereite“ Bankkonten gehandelt, einschließlich Zugangsdaten und bereits erfolgreich durchlaufener Iden tätsprüfungen.
Sutherland ergänzt: „Unsere Recherche zeigt das Dark Web als eine Art Betrugs-Supermarkt, der
Tätern leichten Zugang zu Wissen und Instrumenten für unterschiedlichste Delikte verscha . Damit können sie Bankkonten, Disposi onskredite oder Darlehen beantragen, Kundenkonten im Handel anlegen und Einkäufe tä gen, meist ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.“
„Besonders besorgniserregend ist, dass viele Angebote mit Videoanleitungen versehen sind, die
Einsteigern Schritt für Schritt erklären, wie Betrug begangen wird. So entsteht weltweit eine
niederschwellige Betrugsindustrie. Positiv ist jedoch, dass wir Cyberkriminellen nicht schutzlos
ausgeliefert sind. Je schneller sie neue Technologien einsetzen, desto deutlicher wird, wie dieselben KI-Innovationen ihre Aktivitäten vereiteln können.“
Kein sicherer Hafen für Cyberkriminelle
Paradoxerweise zeigt die Studie auch, dass das Dark Web selbst für Täter kein geschützter Raum ist.
Sogenannte Exit-Scams sind weit verbreitet: Betreiber von Marktplätzen stellen den Handel abrupt ein und verschwinden mit den Geldern ihrer Kunden. Dies hat einige Pla ormen dazu veranlasst, Maßnahmen zur Untermauerung ihrer Legi mität zu ergreifen - etwa indem sie Fehlverhalten öffentlich anprangern, Nutzer ausschließen oder den Verkauf bes mmter, für Käufer nachweislich wertloser Produkte untersagen. In der Folge fand der Bericht Hinweise darauf, dass vereinfachte, leichter zugängliche Varianten dieser Dark-Web-Marktplätze mit ähnlichen Angeboten zunehmend auf etablierten sozialen Pla ormen außerhalb des Dark Web au auchen.






