ISC2-Studie: Der Wert von Cybersecurity-Zertifizierungen

Welche Bedeutung haben Cybersecurity-Zertifizierungen heute für Cybersecurity-Fachkräfte? Diese Frage beleuchtet ISC2, die gemeinnützige Mitgliederorganisation für Cybersicherheitsfachleute, in seinem aktuellen Report „The Value of Cybersecurity Certifications”. Für diesen Report wurden 1.533 Fachleute für Cybersicherheit aus Kanada, Deutschland, Indien, Japan, Großbritannien und den USA befragt, die über mindestens eine herstellerunabhängige Zertifizierung verfügen.

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Zertifizierungen im Bereich Cybersicherheit von zertifizierten Cybersicherheitsexperten als wichtiger Faktor für die berufliche Entwicklung und die fachliche Glaubwürdigkeit angesehen werden. Laut der Studie erachten 86 Prozent der Cybersecurity-Experten Zertifizierungen als wertvoll für ihre berufliche Entwicklung. 65 Prozent sehen sie zudem als den besten Nachweis ihrer fachlichen Kompetenz gegenüber Arbeitgebern.

Zertifizierungen zählen neben praktischer Erfahrung zu den wirkungsvollsten Faktoren für die Karriereentwicklung: 67 Prozent der Befragten stufen herstellerunabhängige Zertifizierungen als sehr wirkungsvoll ein, während 65 Prozent herstellerspezifische Zertifizierungen als sehr wirkungsvoll bezeichnen. Die meisten Fachkräfte entscheiden sich nicht zwischen herstellerunabhängigen und herstellerspezifischen Zertifizierungen, sondern erwerben im Laufe der Zeit beide. Von den Inhabern einer herstellerunabhängigen Zertifizierung verfügten 71 Prozent auch über herstellerspezifische Qualifikationen.

Zertifizierte Mitarbeiter wichtig für Unternehmen
Zertifizierungen bieten Cybersecurity-Fachkräften erhebliche Vorteile, darunter vertieftes Fachwissen, gesteigerte Glaubwürdigkeit sowie ein verbessertes Verdienstpotenzial. Aber auch Unternehmen profitieren von gut ausgebildeten Fachkräften und zertifizierten Mitarbeitenden: Aufgrund der Zunahme neuer Bedrohungen ist es für Unternehmen besonders wichtig, nicht nur ihre IT-Infrastrukturen zu schützen, sondern auch sicherzustellen, dass Cybersecurity-Experten über die erforderlichen Kompetenzen verfügen. Zertifizierungen tragen dazu bei, Kompetenzlücken gezielt zu schließen, einheitliche Qualifikationsstandards zu schaffen und Teams auf neue Herausforderungen wie Cloud Security und künstliche Intelligenz vorzubereiten.

Unternehmen investieren in Mitarbeiterkompetenz
Um bestehende Kompetenzlücken zu schließen und die eigene Resilienz zu stärken, investieren Unternehmen laut ISC2-Studie „Security Training Trends 2026“ verstärkt in Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Zwei Drittel der Security-Verantwortlichen (66 Prozent) geben an, dass ihr Unternehmen das Budget für Sicherheitsschulungen in den letzten zwölf Monaten aufgestockt haben. Dringendster Bedarf für zusätzliche Kompetenzen besteht laut Studie im KI-Bereich: Mehr als zwei von fünf befragten Sicherheitsverantwortlichen (43 Prozent) nennen Kompetenzen im Bereich der künstlichen Intelligenz als den dringendsten Schulungsbedarf. Sicherheit im Cloud-Computing, bei der Netzwerküberwachung und Sicherheitsanalysen belegen mit 39 Prozent gemeinsam den zweiten Platz auf der Prioritätenliste.

Unternehmen, die in den Aufbau von Kompetenzen im Bereich Cybersecurity durch beispielweise Zertifizierungen investieren, stärken ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Cyberangriffen und verbessern ihre Fähigkeit, mit sich ständig weiterentwickelnden Bedrohungen umzugehen. Zertifizierungen werden nicht mehr nur als berufliche Qualifikationsnachweise betrachtet, sondern als Teil eines umfassenderen Ansatzes zur Personalentwicklung im Bereich Cybersicherheit. Da Unternehmen zunehmend in Fortbildungen investieren und Fachkräfte nach Wegen suchen, mit den sich rasch wandelnden Technologien Schritt zu halten, spielen Zertifizierungen weiterhin eine wichtige Rolle beim Aufbau von Kompetenzen, bei der Förderung der beruflichen Entwicklung und bei der Stärkung von Sicherheitsteams.

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