Hohes Bewusstsein, geringe Umsetzung: Neue Umfrage zeigt, dass sich fast die Hälfte der Sicherheitsfachleute noch immer auf Passwörter verlässt

Globale Studie von Yubico und Okta deckt eine kritische Umsetzungslücke in der Unternehmenssicherheit auf und zeigt, wie moderne Identitätskontrollen die Abhängigkeit von Passwörtern beseitigen können.

Eine neue Umfrage von Yubico (NASDAQ STOCKHOLM: YUBICO), dem Pionier der phishing-resistenten Authentifizierung und Erfinder des YubiKey, des ursprünglichen Passkeys, und Okta, Inc. zeigt eine deutliche Lücke zwischen Sicherheitswissen und gelebter Praxis. Obwohl Sicherheitsverantwortliche phishing-resistente Passkeys mit großer Mehrheit als sicherer einstufen als Passwörter, greift fast die Hälfte von ihnen im Arbeitsalltag noch immer auf angreifbare Login-Methoden zurück.

Für den jährlichen Report 2026 Global State of Authentication* befragte Talker Research fast 2.000 Cybersecurity- und IT-Fachleute in neun Ländern. Der Report macht deutlich: Die größte Schwachstelle der Cybersicherheit ist nicht länger fehlendes Wissen oder Bewusstsein, sondern ein strukturelles Problem, das durch operative Reibungsverluste und veraltete Onboarding-Standards entsteht. Zusätzliche Security-Awareness-Schulungen allein können diese Lücke nicht schließen. Echter Fortschritt beginnt vielmehr mit dem, was Mitarbeitende an ihrem ersten Arbeitstag erhalten.

Die wichtigsten Ergebnisse

  • 43 % nutzen bei der Arbeit Passwörter – obwohl 87 % wissen, dass Passkeys sicherer sind, und 31 % hardwaregestützte Passkeys als Goldstandard nennen.
  • 52 % erhielten bereits an ihrem ersten Arbeitstag Passwörter – ein Beleg dafür, dass veraltete Onboarding-Standards die Sicherheitsgewohnheiten langfristig prägen.
  • 44 % erlitten in den vergangenen zwölf Monaten einen KI-gestützten Angriff. Singapur verzeichnet mit 58 % die höchste Quote weltweit, während die Werte in Japan (30 %) und Deutschland (38 %) deutlich niedriger liegen.
  • 39 % der Sicherheitsprofis konnten KI-generierten Text nicht von menschlich verfassten Texten unterscheiden.
  • In Indien (68 %), Australien (60 %) und den USA (56 %) ist der Anteil der Befragten, die mit Passkeys „sehr vertraut“ sind, am höchsten.
  • 91 % wünschen sich einen „Human-in-the-Loop“-Freigabeschritt, bevor autonome KI-Agenten kritische Aktionen ausführen.
  • Fachleute in Indien sind weltweit am ehesten bereit, die Kommunikation mit Kunden und Kollegen an KI-Agenten zu delegieren (41 % fühlen sich damit „sehr wohl“), gegenüber nur 4 % in Japan und 12 % in Frankreich.
  • 50 % der US-Sicherheitsprofis nutzen bei der Arbeit Passwörter. Damit liegen die USA bei der Abhängigkeit von veralteten Passwörtern an der Spitze aller befragten Märkte – obwohl sie das höchste technische Bewusstsein aufweisen.
Poupak Enbom
Yubico

„Die Cybersicherheit in Unternehmen hat eine kritische Umsetzungslücke“, sagt Poupak Enbom, Chief Market and Growth Officer bei Yubico. „Sicherheitsverantwortliche wissen, dass hardwaregestützte Passkeys – insbesondere Hardware-Sicherheitsschlüssel – den höchsten Schutz bieten, und doch verlässt sich fast die Hälfte täglich auf einfache Benutzernamen und Passwörter. Die Herausforderung ist nicht fehlende Expertise, sondern die Reibungsverluste zu überwinden, die der Akzeptanz bei den Nutzern im Weg stehen.“

Diese operative Diskrepanz beginnt früh: Mehr als 50 % der Sicherheitsfachleute übernehmen bereits am ersten Tag veraltete Zugangsdaten. So wird die Abhängigkeit von Passwörtern zum Standard, und unsichere Gewohnheiten setzen sich fort. Generative KI verschärft dieses Risiko, denn selbst erfahrene Cybersecurity-Expertinnen und -Experten tun sich schwer, synthetische Nachrichten zu erkennen. Auf die Wachsamkeit der Nutzer ist damit kein Verlass.

Hinzu kommt der Einsatz autonomer KI-Agenten, der diese Probleme weiter verstärkt: Die 91 %, die einen menschlichen Freigabeschritt wünschen, brauchen eine verlässliche Möglichkeit, um zu bestätigen, dass tatsächlich ein Mensch dahintersteht.

Charlotte Wylie
Okta

„Um diese Lücke zu schließen, müssen Unternehmen Sicherheit direkt in das Onboarding integrieren“, sagt Charlotte Wylie, SVP Deputy CSO bei Okta. „Solange veraltete Login-Gewohnheiten fortbestehen, bleiben Unternehmen anfällig für moderne Angriffsvektoren. Gemeinsam mit Yubico bieten wir einen einheitlichen Ansatz, der sicherstellt, dass alle Mitarbeitenden vom ersten Arbeitstag an durch Zero-Trust-basierte, phishing-resistente Authentifizierung geschützt sind.“

Um diese strukturellen Hürden zu überwinden, arbeiten Yubico und Okta gemeinsam daran, die Ausgabe, Verwaltung und Durchsetzung hardwaregestützter Zugangsdaten in den Identitätssystemen von Unternehmen zu vereinfachen. Indem sie Phishing-Resistenz direkt in moderne Access-Management-Plattformen einbetten, wollen die Unternehmen IT-Teams dabei unterstützen, Passwortabhängigkeiten zu beseitigen, ohne neue Reibungsverluste für Mitarbeitende zu schaffen.

* Der Report 2026 Global State of Authentication wurde von Talker Research zwischen dem 2. und 16. Juli 2026 erstellt. Für die quantitative Umfrage wurden 1.890 Technologie- und Sicherheitsfachleute in Unternehmen mit mindestens 500 Mitarbeitenden in neun Märkten befragt: USA, Großbritannien, Australien, Indien, Japan, Singapur, Frankreich, Deutschland und Schweden. Die Befragten hatten Positionen in den Bereichen Cybersecurity, IT, Produktmanagement, Software-Engineering und Hardware-Engineering inne.

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